Tauschkreis Lets Wien

Tauschkreis
LETS Wien
Local Exchange Trading System
Wien - Österreich

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Tauschkreis Lets Wien

Informationen über LETS


Plakat für den LETS Wien-Stand am agenda wien sieben-Straßenfest, 19. September 2003


LETS - Was ist das?!

LETS steht für Local Exchange Trading System und ist eine gemeinnützige Initiative zur Errichtung eines bargeldlosen Tausch- und Verrechnungssystems, das Mitgliedern den Tausch von Leistungen und Waren ohne Verwendung von Bargeld ermöglicht.

Die Ziele von LETS Wien sind

  • die Hilfe zur Selbsthilfe, weil es Menschen die Möglichkeit gibt, ihre wirtschaftliche, soziale oder seelische Situation zu verbessern, indem sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und ausprobieren können und neue Erfahrungen sammeln und kommunizieren können, was Erfolgserlebnisse vermittelt, die wichtig für uns alle sind.
  • die Hilfe in schwierigen Situationen, indem Menschen geholfen wird, die nicht in der Lage sind Leistungen oder Waren anzubieten, ohne das diese das Gefühl haben "Almosen" zu empfangen.
  • die Erhöhung der Lebensqualität, weil Menschen ihre sozialen Kontakte erweitern können und zusätzlich neue Leistungen, die ihre finanziellen Möglichkeiten überschreiten, in Anspruch nehmen können.
  • Leistungen gleichberechtigt zu tauschen, da alle Leistungen gleich, nämlich nach der benötigten Arbeitszeit bewertet werden.
  • Ökologisches Wirtschaften, da durch LETS lokale Tauschkreisläufe in Gang gesetzt werden und dadurch auch der sparsame Umgang mit Ressourcen gewährleistet ist - Nachhaltigkeit also.
  • eine demokratische Entscheidungsfindung, da jedes Mitglied gleichwertig stimmberechtigt ist
  • Transparenz, da jedes Mitglied Einsicht in die Kontostände jedes anderen Mitgliedes hat.
  • ein Experimentieren mit neuen Wirtschaftsformen und ein Hinterfragen des Motors des Wirtschaftswachstums, die Neubewertung von Arbeit und die Suche nach anderen Möglichkeiten wirtschaftlicher Zusammenarbeit.
  • eine Neubelebung der Idee der Nachbarschaftshilfe in einer zunehmend anonymisierten Gesellschaft.

Teilnahmeberechtigt sind alle natürlichen Personenund Organisationen, nachdem ihre Beitrittserklärung und der Mitgliedsbeitrag (16,- Euro) bei LETS Wien eingetroffen sind (die Teilnahmebedingungen und die Beitrittserklärung sind auf der Kontakt-Seite herunterladbar). Ermäßigter Beitritt immer ab 1. Oktober. Einmal im Jahr werden 10,- Euro als Erhaltungsbeitrag eingehoben. Wer kann bitte ein paar mehr! (Stand 2009) Davon werden Kopierkosten, Porti und kleine Ausgaben des Projekts beglichen.
Zusätzlich werden von jedem Mitglied jährlich 300 WAFFEL (400 WAFFEL ab 2010) Mitgliedsbeitrag für den anfallenden Büro- und Organisationsaufwand von LETS Wien im Jänner des jeweiligen Jahres abgebucht; bei Neumitgliedern erfolgt diese Abbuchung 3 Monate nach Beitritt. Kinder und Jugendliche bis zum 19. Geburtstag zahlen die Hälfte der Beitrittsgebühr und des jährlichen Mitgliedsbeitrages.

Guthaben und Lastschriften werden zentral verbucht, wobei jedem Mitglied ein Überziehungsrahmen von 4000 Waffeln offensteht. Positive und negative Saldenstände gleichen sich innerhalb des Tauschkreises aus und bedeuten nur, daß jemand entweder mehr geleistet oder mehr in Anspruch genommen hat. Jedes Mitglied hat unbegrenzt Zeit seinen Kontostand auszugleichen, da keine Zinsen für negative Kontostände anfallen.

Die Verrechnungseinheit für Leistungen heißt WAFFEL (Wir arbeiten füreinander für einheitlichen Lohn) und wird mit 100 WAFFEL pro Stunde festgelegt.

Periodisch wird an alle LETS Wien-Mitglieder eine LETS Wien-Zeitung mit Suche-Biete-Anzeigen, Terminen, Berichten, Regeländerungen, Anzahl der Mitgliederkonten sowie den aktuellen Kontoständen versendet. Die Markt-Mailingliste hat das Tauschen sehr stark angekurbelt - sie wird vorwiegend von Mitgliedern der Tauschkreise im Raum Wien genutzt und ist für spontanes Bieten, Suchen und Verschenken gedacht. (Ein Beispiel einer Markt-Zeitung und die Subskriptions-Möglichkeit in die Mailinglist - für Mitglieder von Tauschkreisen - finden sich auf der Kontakt-Seite.)

Vierteljährlich findet ein LETS Wien-Fest statt, wo Mitglieder die Möglichkeit haben Kontakte zu knüpfen, Meinungen und Ideen zu tauschen, einfach der Musik zu lauschen, leckeres Essen zu genießen, ... Natürlich sind auch InteressentInnen gerne willkommen! Darüberhinaus bieten einzelne Mitglieder Workshops zu verschiedensten Themen an (siehe Termine-Seite, Fotos vergangener Feste und Workshops sind über die Rückblick-Seite zugänglich).


Seit wann gibt es LETS?

Nachbarschaftshilfe und bargeldlose Dienstleistungen auf Tauschbasis sind seit alters her vor allem im ländlichen Raum gang und gäbe. Neu an den Tauschkreisen ist, dass diese Tätigkeiten notiert werden, wodurch auch die Teilnahme und gegenseitige Hilfeleistung von Menschen, die einander (noch) nicht so gut kennen, möglich wird.

Historische Vorläufer der Tauschkreisidee gehen zurück bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang das Freigeldexperiment in Wörgl der Zwischenkriegszeit, wo der damalige Bürgermeister in Zeiten gewaltiger Inflation einen eigenen Dienstleistungskreislauf auf Basis einer rein lokalen Währung ins Leben rief. Nach einer erfolgreichen Einführungsphase musste das Experiment abgebrochen werden, da die Nationalbank keine Parallelwährung akzeptieren wollte.

Im Zuge steigender Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsschwäche auf Grund des Liberalismus, Anfang der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts ("Thatcherism"), verwirklichte der selbst von Arbeitslosigkeit betroffene Brite Michael Linton, in Anlehnung an bestehende Bartersysteme, die Idee lokaler Tauschkreise. Das "erste LETS-System der Welt" wurde demnach von ihm 1983 in Vancouver Island/Kanada errichtet und breitete sich in der Folge in vielen Ländern aus. So entstanden unter anderem LETS-Tauschkreise in England, Amerika, Australien, Deutschland und auch in Österreich.


Seit wann besteht LETSystem in Österreich

Anfang 1995 wurde der Tauschkreis LETS-WORK-SHOP (heute LETS Wien) u.a. von der grünen Gemeinderätin Alessandra Kunz in Wien initiiert.

Zeitgleich, aber unabhängig davon startete eine Initiative der Katholischen Jugend ein Talent-Experiment mit ähnlichen Grundsätzen wie LETS Wien. Etwa ein halbes Jahr davor wurde in Innsbruck bereits ein Talent-Experiment ins Leben gerufen.

Durch das LETSystem wurde versucht, Menschen aus sozialer Isolierung aus der Anonymität der Großstadt Wien zu holen, ihnen eine Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen, und damit ihre Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig wurde ein Experimentierfeld für ökologisches und nachhaltiges Handeln geschaffen.


Was heißt LETS?

LETS heißt Local Exchange Trading System und ist ein lokales Tauschsystem. Waren- und/oder Dienstleitungen werden auf Basis der dafür aufgewandten Zeit getauscht. Dadurch ist das LETSystem leicht und überall einsetzbar und es können sofort lokale Tauschkreisläufe in Gang gebracht werden.


Wieviele TeilnehmerInnen hat LETS Wien?

LETS Wien hatte 2009 277 Mitgliedschaften mit stetig steigender Zahl.


Wer kann bei LETS Wien teilnehmen?

Grundsätzlich jede und jeder, die oder der ihre oder seine Fähigkeiten und Begabungen einbringen möchte und diese mit anderen Menschen tauschen will. Wer teilnehmen möchte, muss sich bloß mit den Spielregeln einverstanden erklären (und sich an diese halten - die Teilnahmebedingungen sind auf der Kontakt-Seite herunterladbar).


Mit wem kann ich Tauschen?

Mit allen Mitgliedern von LETS Wien, TalenteTauschkreis Wien und darüber hinaus mit den Mitgliedern der ca. 25 Tauschkreise in ganz Österreich (siehe Link-Seite), sofern diese nicht den Grundsätzen von LETS Wien widersprechen.


Wie fülle ich meinen Buchungsschein richtig aus?

Buchungsschein Die Unterschrift ist von der Person zu leisten, die Waffeln abgeben muß. Ohne dieser Unterschrift ist er ungültig!
Der EXTERN Buchungsschein ist nur auszufüllen, wenn es sich um einen Tauschvorgang mit einem Mitglied eines befreundeten Tauschkreises handelt. Er muß dann an das Büro des befreundeten Tauschkreises gesendet werden.


Der Buchungsschein kann auf vielfachen Wunsch und nach einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung jetzt hier heruntergeladen werden.

 


Können die Waffelbuchungen auch über E-Mail gemacht werden?

JA und zwar so:

Absender muss immer der/die WAFFEL-GerberIn sein

Empfänger der Mail: unser Waffelbuchhalter und das Letsbüro: info@waffeltausch.at

CC: der-/diejenige der/die WAFFELN erhält

Text:

Ich, ABGEBENDE/R (LETS-Mitglied XXX(nr.))

Gebe an

EMPFÄNGER/IN (TTK Wien, XXX(nr.))

Oder

EMPFÄNGER/IN (LETS-Mitgled, XXX(nr.))

XXXXX (Anzahl) WAFFEL

Am XX.XX.XXXX

Für

Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Das reicht für eine ordnungsgemäße Verbuchung.
(statt ABGEBENDE/R und EMPFÄNGER bitte Vor- und Familienname eingeben)

 


Warum wird Arbeit nach der erbrachten Zeit und nicht nach der Leistung bewertet?

LETS versucht die derzeitigen Bewertungsmaßstäbe von Arbeit kritisch zu hinterfragen und Denkanstöße über die Gründe von unterschiedlicher Bezahlung bei unterschiedlichen Tätigkeiten zu geben. Deshalb wurde auch der Name für die (interne) Verrechnungseinheit "WAFFEL" gewählt: Er steht als Abkürzung für "Wir Arbeiten Füreinander Für Einheitlichen Lohn".


Welche Gründe gibt es LETS Wien beizutreten?

Über LETS Wien können Menschen Talente und Fertigkeiten anderen Menschen zur Verfügung stellen, die sie nicht am Arbeitsmarkt verkaufen können oder verkaufen wollen.

Für viele TeilnehmerInnen bedeutet der Tauschkreis auch eine persönliche Bereicherung, weil viele Freundschaften entstehen, die über den reinen Tausch hinausgehen. Da der LETS Wien-Tauschkreis überschaubar ist und sich viele TeilnehmerInnen persönlich kennen, gibt es auch eine soziale Kontrolle bei unethischen und unfairen Verhalten. Die meisten TeilnehmerInnen verlangen dadurch nicht mehr als die empfohlenen 100 Waffel pro Arbeitsstunde, weil sie auch davon ausgehen können, selbst wieder etwas zu diesem "Preis" empfangen zu können.

LETS Wien-Konten werden nicht mit Spesen belastet. Da die Verrechnungseinheit "WAFFEL" auch nicht verzinst wird, gibt es keinen Grund größere Waffelmengen zu horten. Gleichzeitig fallen auch keine Zinsen bei der Überziehung des Waffelkontos an. Eine Überziehung geschieht im Vertrauen auf einen zukünftigen Ausgleich des Minus. Im Tauschkreis bedingt jedes Plus auch ein Minus und umgekehrt! WAFFEL sind nicht so begrenzt verfügbar wie Geld und nicht an die Ausgabe durch die Notenbank gebunden sondern entstehen zum gleichen Zeitpunkt an dem eine Leistung erbracht wird, damit gibt es auch keine Inflation.

Durch die Offenlegung der Konten kann sich jeder über den aktuellen Kontenstand der anderen TeilnehmerInnen informieren. Er kann verstärkt für jene TeilnehmerInnen Leistungen erbringen die einen zu großen Guthabensstand haben und damit einen Ausgleich innerhalb des Systems bewirken.


Warum gibt es bei LETS Wien Unter- und Obergrenzen bei der Kontenüberziehung?

Ein Kontenminusstand einer TeilnehmerIn zeigt, daß er mehr Leistungen in Anspruch genommen als erbracht hat und bedeutet für ihn die Bereitschaft wieder Leistungen für andere zu erbringen. Wenn der Überziehungsrahmen begrenzt ist, ist der Anreiz, selbst wieder Leistungen zu erbringen, höher und bedeutet auch, daß die Währungseinheit ihren Wert behält. Damit erhöht sich für jeden einzelnen die Chance, Leistungen von anderen TeilnehmerInnen zu bekommen, wenn dieser sie braucht.

Eine Untergrenze hat automatisch eine Obergrenze in gleicher Höhe zur Folge, weil der Minusstand der einen TeilnehmerInnen zugleich einen Überschuss in gleicher Höhe bei einer anderen TeilnehmerIn bewirkt. Auch zu hohe "Überschüsse" bei einem einzelnen "Konto" hemmen den Kreislauf.


Wie schaut die steuerliche Behandlung von LETS-Einkünften aus?

Grundsätzlich sind die Tätigkeiten, die einzelne TeilnehmerInnen füreinander erbringen, private Hilfestellungen im Nachbarschafts- oder Freundeskreis; bloß, weil jemand mal einer Freundin beim WC-Verfliesen hilft oder einem Bekannten einen Kuchen backt, fällt diese Tätigkeit nicht unter die Steuergesetzgebung.

Sollte allerdings jemand quasi sein Einkommen zu einem erheblichen Teil mit Tätigkeiten im Rahmen vom Tauschkreis abdecken, so wäre dieser Mensch einkommens- und umsatzsteuerpflichtig. Allerdings ist bis jetzt kein solcher Fall bekannt.



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Die Verrechnungseinheit für Leistungen heißt WAFFEL (WIR ARBEITEN FÜREINANDER FÜR EINHEITLICHEN LOHN)